Schluckstörungen ...

Eine Schluckstörung (Dysphagie) bezeichnet den Verlust oder die Beeinträchtigung des Ess- und Trinkvorganges:
  • Die Verarbeitung einer Speise im Mund (zerkauen, einspeicheln, Geschmack erkennen und Speisebrei formen, Konsistenz und Fremdkörper erkennen) bzw. wie ´fest´ geschluckt werden muss, kann gestört sein
  • Der durch den Schluckreflex eingeleitete Transport des Speisebreis durch Rachen und Speiseröhre kann beeinträchtigt sein
Dieser Prozess ist neurophysiologisch sehr komplex.

SCHLUCKSTÖRUNGEN BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN
Sowohl Säuglinge als auch ältere Kinder und Jungendliche können unter Schluckstörungen leiden. Bei den Säuglingen kann der Saug- oder Nuckelvorgang gestört sein, ebenso kann sich im Lauf der Entwicklung ein ungünstiges Schluckverhalten entwickeln, das sich z.B. ungünstig auf die Entwicklung der Zahn- / Kieferstellung auswirken kann.

Form einer Schluckstörung:

1. Organische Schluckstörungen durch z.B. neurologische Erkrankungen mit Beeinträchtigung der Hirnentwicklung
Wesentliche Merkmale sind Veränderungen der Beweglichkeit von Muskeln und/oder Beeinträchtigungen im Bereich der Wahrnehmung (Sensibilität) von Mund- und Schluckmuskulatur. Gründe sind oft unterschiedliche Bewegungsprobleme; die Muskulatur ist entweder zu kraftlos oder es besteht eine sehr angespannte, zu hohe Muskelaktivität.

2. Funktionelle Schluckstörungen (Myofunktionelle Störungen)
Das frühkindliche Schluckmuster kann im Verlauf der Entwicklung nicht durch ein normales Schluckmuster wie bei Erwachsenen ersetzt werden. Auffällig wird es oft erst sehr spät, wenn z.B. ein Kieferorthopäde die Zahn- bzw. Kieferentwicklung korrigieren möchte. Im Wesentlichen wird die Zunge beim Schluckvorgang zu stark gegen die Zähne gepresst. Gründe sind oft ein muskuläres Ungleichgewichtes der Gesichts- und Schluckmuskulatur: Einige Muskeln sind zu aktiv, andere zu wenig.

SCHLUCKSTÖRUNGEN BEI ERWACHSENEN
Schluckstörungen (Dysphagien) bei Erwachsenen können in Verbindung mit neurologischen Erkrankungen (nach Schlaganfall, multiple Sklerose, u.a.), nach operativen Eingriffen, als Unfallfolge oder aufgrund von Alterungsprozessen auftreten (Presbyphagie). Eine große Gefahr im Alter ist die Fehl- oder Mangelernährung bzw. besteht durch falsches Schlucken eine Aspiration oft Lebensgefahr.

Wesentliche Gründe sind u.a.
  1. senso-motorische Veränderungen, d.h. die Beweglichkeit und/oder die Wahrnehmung (Sensibilität) der Mund- und Schluckmuskulatur ist beeinträchtigt. Durch gestörte Nervenaktivität kommt es zu Schwierigkeiten bei der Koordination des Schluckvorganges.
  2. Lähmungen, durch die z.B. der Mund nicht geschlossen und/oder die Nahrung nur unzureichend, zerkleinert werden kann.
  3. Nach operativen Eingriffen im Kehlkopf- oder Mundbereich (z.B. durch Krebserkrankungen, nach Bestrahlung). Es können nur die verbliebenen Muskelstrukturen für die Nahrungsaufnahme und den Schluckvorgang verwendet werden.
  4. Eine Fehlfunktion der am schluckbeteiligten Organe und Muskeln. Diese funktionellen Störungen können unterschiedliche Störungsschwerpunkte haben, je nach pathologischer Muskelaktivität (zu kraftlos wirkende, wenig aktive Muskulatur bzw. eher verspannt durch zu hohe Muskelaktivität). Oft besteht ein Fremdkörpergefühl oder Kratzen im Hals.

Dr. Thomas Schöbinger
M.A. phil. & SoL.

Maximilianstr. 8
83471 Berchtesgaden
   
Klinischer Linguist (BKL)
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